LOOM gemeinsam betreiben
Normalerweise läuft LOOM bei dir am Laptop — dann brauchst du diese Seite nicht. Sie ist für den Fall, dass ihr LOOM auf einen gemeinsamen Server stellt, damit das ganze Team im Browser am selben Board arbeitet.
Zuerst das Wichtigste: die Anmeldung ist nicht alles
LOOM hat eine Anmeldung: jedes Teammitglied bekommt einen persönlichen Zugangsschlüssel, ohne den nichts geht (weiter unten steht, wie ihr sie verteilt). Was LOOM nicht hat, ist eine Verschlüsselung eurer Verbindung — und ohne die ist die Anmeldung weniger wert, als sie aussieht.
⚠ Ein Schlüssel über eine unverschlüsselte Verbindung ist mitlesbar
Wenn euer Server ohne HTTPS im Internet steht, wandert der Zugangsschlüssel im Klartext durchs Netz — jeder auf dem Weg dorthin kann ihn abfangen und danach als euer Teammitglied hereinspazieren. Dann steht euer Project Memory offen: eure Namen, eure Entscheidungen, eure ganze Diplomarbeits-Geschichte.
Deshalb sind die zwei folgenden Schritte nicht optional: die Anmeldung schützt wen LOOM hereinlässt, die Verschlüsselung schützt den Schlüssel auf dem Weg dorthin. Ihr braucht beides.
Wie kommt LOOM zu euch?
Es gibt drei Wege, und keiner ist der richtige für alle. Sie unterscheiden sich darin, wer LOOM erreichen kann und wie viel ihr dafür einrichten müsst. Lest die drei Kästen und nehmt den, der zu eurer Lage passt — ihr könnt später jederzeit wechseln.
Die eine Frage, die alles entscheidet: habt ihr eine öffentliche IP?
Nur mit einer öffentlichen IP-Adresse kann jemand von außen zu euch verbinden. Testet es auf der Maschine, die den Server spielen soll:
curl -s https://api.ipify.org; echo
Vergleicht die Ausgabe mit der WAN-Adresse in eurem Router/Modem. Sind sie verschieden — oder beginnt die Router-Adresse mit 100.64. bis 100.127. — dann sitzt ihr hinter dem Provider-NAT: Portfreigabe und DynDNS bleiben wirkungslos, Weg 3 fällt aus.
Wichtig für Mobilfunk (4G/5G): dort ist Provider-NAT der Normalfall — aber kein Schicksal. Bei den österreichischen Anbietern könnt ihr für eure SIM eine öffentliche IP anfordern; danach genügt ein kleiner Router, und Weg 3 steht euch offen. Ein Anruf, kein Umbau.
tailscale up, auf jedem Laptop dasselbe, einloggen — fertig. Das ist der Unterschied zu Weg 3: die Arbeit fällt bei jedem an, nicht einmalig bei einer Person.Kurz zum Selbst-Einordnen
Ihr arbeitet ohnehin meist gemeinsam vor Ort? → Weg 1, fangt heute an. · Ihr wollt von zuhause dran und habt keine öffentliche IP? → Weg 2. · Ihr betreibt eine eigene VM oder einen Server und wollt, dass Außenstehende ohne Installation zugreifen können? → Weg 3.
Ehrlich dazu: Weg 2 haben wir selbst noch nicht im Schulbetrieb erprobt, und wie viele Geräte der kostenlose Tailscale-Tarif erlaubt, solltet ihr vor der Entscheidung nachsehen. Wenn ihr Erfahrungen macht — gute wie schlechte — sagt uns Bescheid.
Die zwei Regeln
Diese Regeln gelten für Weg 3. Bei Weg 1 und 2 verlässt euer Zugangsschlüssel das eigene Netz nie unverschlüsselt — dort seid ihr ohne Zutun auf der sicheren Seite.
localhostlocalhost). Das ist Absicht und euer wichtigster Schutz.--urls oder ASPNETCORE_URLS auf 0.0.0.0, um LOOM „ins Netz zu stellen". Genau das hebelt den Schutz aus — dann hängt LOOM unverschlüsselt im Internet, und euer Zugangsschlüssel ist auf dem Weg dorthin mitlesbar.localhost weiterreicht.loom.eure-schule.at { basic_auth { team <hier der Passwort-Hash> } reverse_proxy localhost:5311 }
Den Passwort-Hash erzeugen
Mit caddy hash-password — Caddy fragt nach dem Passwort und gibt den Hash aus, den ihr oben einsetzt. Das Passwort selbst steht nie in der Datei.
Wenn euch das zu viel ist — das ist völlig in Ordnung
Ihr müsst diesen Weg nicht gehen. Weg 1 und Weg 2 oben brauchen keine Portfreigabe, kein Zertifikat und keines dieser Regelwerke — und ihr könnt jederzeit später umsteigen. Ein Team, das mit Weg 1 anfängt und arbeitet, ist besser dran als eines, das an Weg 3 hängen bleibt.
Bevor ihr anfangt
Ein Team-Server nimmt euch die gemeinsame Ablage ab — nicht die KI. Die braucht auf jedem Gerät etwa 16 GB Arbeitsspeicher und ein installiertes Ollama ↗, genau wie beim Arbeiten am eigenen Laptop. Wer das nicht hat, kann LOOM voll benutzen, nur eben ohne die KI-Hilfen.
Das richtige Paket für eure Maschine
LOOM wird als fertiges Paket ausgeliefert — ihr braucht kein installiertes .NET. Aber das Paket muss zu eurer Maschine passen, und zwar in zwei Hinsichten: Betriebssystem und Prozessor-Architektur. Ein Paket für einen normalen PC läuft auf einem Raspberry Pi gar nicht, da hilft auch kein Nachhelfen.
Fangt beim Betriebssystem an — der Rechner, der den Server spielen soll, ist meistens der, den sowieso jemand herumstehen hat:
loom-<version>-osx-arm64.zip. Darin liegt LOOM.app zum Doppelklicken. Gilt für alle Macs mit Apple-Chip (M1 und neuer); für die alten Intel-Macs gibt es derzeit kein Paket. Beim ersten Öffnen meldet sich die Gatekeeper-Warnung — die Schritte stehen in OPEN-ON-MAC.txt im Paket.LOOM-Setup-<version>.exe (Installer) oder loom-<version>-win-x64.zip, wenn ihr nichts installieren wollt.Nur für Linux: welche Architektur habt ihr?
Auf der Maschine, die den Server spielen soll, im Terminal:
uname -m
Die Antwort sagt euch das Paket:
aarch64loom-<version>-linux-arm64.zip oder LOOM-<version>-aarch64.AppImagex86_64loom-<version>-linux-x64.zip oder LOOM-<version>-x86_64.AppImagearmv7lWarum die Reihenfolge so ist: uname -m antwortet auf einem Mac mit arm64 und unter Windows gar nicht — wer mit diesem Befehl anfängt, findet seine Ausgabe in der Liste oben nicht wieder. Deshalb zuerst das System, dann die Architektur.
⚠ Ehrlich gesagt: auf einem echten Pi haben wir es noch nicht laufen sehen
Das ARM-Paket ist gebaut und wurde in einer echten ARM-Linux-Umgebung gestartet — LOOM antwortet dort, die Hilfe-Seiten werden ausgeliefert, im Start-Protokoll steht kein Fehler. Was nicht geprüft ist: euer Pi mit eurem Betriebssystem-Abbild, und ob seine Leistung im Alltag reicht. Ihr seid die Ersten. Wenn etwas klemmt, ist das ein Befund und kein Anwenderfehler — sagt Bescheid, wir wollen es genau wissen.
LOOM in den Team-Modus schalten
LOOM kennt zwei Betriebsarten. Am eigenen Laptop läuft es im Modus local — da darfst du alles. Auf einem Team-Server stellt ihr hosted ein.
Die Einstellung steht in der Datei app-settings.yaml auf der Maschine, auf der LOOM läuft:
~/Library/Application Support/LOOM/app-settings.yaml%APPDATA%\LOOM\app-settings.yaml~/.config/LOOM/app-settings.yamlport: 5311 mode: hosted
Danach LOOM neu starten. Den aktiven Modus seht ihr jederzeit in LOOM unter Settings → App; ändern lässt er sich dort bewusst nicht — dafür muss man an die Maschine.
Wer darf den Modus ändern?
Wer die Datei bearbeiten kann. LOOM hat dafür keine eigene Rolle — wer Zugriff auf den Server hat, betreibt ihn. Das ist keine Lücke, sondern Absicht: eine Berechtigung weniger, die falsch stehen kann.
Zugangsschlüssel verteilen
Jedes Teammitglied bekommt einen eigenen Zugangsschlüssel (Token). Damit meldet es sich am Team-Server an — LOOM weiß dann, wer etwas geworfen hat. Es gibt bewusst keine Benutzerkonten und keine Passwörter: ein Schlüssel pro Person, mehr braucht ein DA-Team nicht.
⚠ Reihenfolge beachten — sonst sperrt ihr euch aus
Die Schlüssel werden im lokalen Modus erzeugt, bevor ihr auf hosted umstellt. Sonst braucht ihr zum Anmelden einen Schlüssel, den ihr nur im angemeldeten Zustand erzeugen könntet.
mode noch auf local steht (oder die Zeile fehlt).mode: hosted setzen und LOOM neu starten. Ab jetzt fragt LOOM beim Öffnen nach dem Schlüssel.Schlüssel verloren?
Einfach einen neuen erzeugen — der alte hört im selben Moment auf zu funktionieren. Es gibt kein „Passwort vergessen", weil es kein Passwort gibt.
Wo die Schlüssel liegen
Neben app-settings.yaml auf der Maschine, und zwar nur als Prüfsumme — der Schlüssel selbst steht nirgends. Er landet nie in eurem Projekt-Ordner, denn der liegt in Git und wäre damit in jedem Klon.
Was sich im Team-Modus ändert
Der Vault-Umschalter oben links ist weg. Sonst würde ein Klick von einer Person allen anderen das Board unter den Füßen wegziehen.
Der Beenden-Knopf ist weg. Auf einem gemeinsamen Server würde er den Dienst für alle stoppen.
Am Team-Server hat die KI keine zentrale Adresse mehr. Jede:r von euch braucht Ollama auf dem eigenen Gerät — dort läuft eure KI, egal ob ihr in der Schule sitzt oder zuhause. Der Server selbst braucht kein Ollama; auf einem Raspberry Pi könnte es ohnehin nicht laufen. Auch das Modell wählt jede:r für sich.
Alles andere bleibt wie gewohnt: Stories, Flocks, Beacons, Casting, Loomback — der ganze Rhythmus funktioniert unverändert.
Zwei Stolpersteine
Live-Aktualisierung braucht Durchlass
LOOM hält eine offene Verbindung nach /api/events, um Änderungen zu melden. Manche Reverse Proxys puffern solche Verbindungen und halten sie zurück. Bei Caddy funktioniert es out of the box; bei nginx braucht es proxy_buffering off; und eine großzügige proxy_read_timeout.
Ollama muss LOOM hereinlassen
Euer Ollama nimmt standardmäßig nur Anfragen vom eigenen Rechner an — LOOM kommt aber vom Server. Einmalig erlauben: OLLAMA_ORIGINS. LOOM sagt es euch selbst, wenn es klemmt, samt der Zeile für euer System. Achtung auf dem Mac: die Einstellung greift erst, wenn Ollama danach komplett beendet und neu gestartet wird — ein laufendes Ollama übernimmt sie nicht, und nichts weist darauf hin.
LOOM · Team-Server
Iron-Labs · Diese Seite beschreibt den Stand v1.1. LOOM hat eine eigene Anmeldung — trotzdem gilt ohne Ausnahme: euer Zugangsschlüssel darf nie unverschlüsselt durchs Netz. Welchen der drei Wege ihr dafür nehmt, ist eure Entscheidung.